Sitzen ist das neue Rauchen



Wusstest du, dass ein sitzender Lebensstil gefährlich für die Gesundheit sein kann? Um es vorab deutlich zu sagen: Je weniger man tagsüber sitzt oder liegt, desto besser sind die Chancen auf ein gesundes Leben! Oder auch, umso mehr du sitzt, desto schneller führt das zu Krankheiten und einem vorzeitigem Tod.

Unglaublich!

Denn ein sitzenden Lebensstil erhöht deine Chance, übergewichtig zu sein, Typ-2-Diabetes oder Herzkrankheiten zu entwickeln und Depressionen und Ängste zu erleben. Damit du dein Leben nicht vorzeitig durchs Sitzen beendest, solltest du den Text unbedingt zuende lesen. Denn wir verraten wie du trotz Büroalltag fit und gesund bleibst.

Aber warum wirkst sich das Sitzen überhaupt so negativ auf unser Leben aus?

Menschen sind so gebaut, dass sie aufrecht stehen sollten. Unser Herz und das Herz-Kreislauf-System arbeiten auf diese Weise effektiver. Der Darm funktioniert auch effizienter, wenn man aufrecht steht. Häufig kommt es vor, dass Menschen, die im Krankenhaus bettlägerig sind, Probleme mit ihrer Darmfunktion haben.

Wenn man körperlich aktiv ist, verbessert sich dagegen das allgemeine Energieniveau und die Ausdauer, auch die Knochen behalten ihre Kraft.

 

Deine Beine und die Gesäßmuskeln

Langes Sitzen kann zu einer Schwächung  der großen Bein- und Gesäßmuskulatur führen. Diese großen Muskeln sind wichtig für das Gehen und die Stabilisierung. Wenn diese Muskeln schwach sind, verletzen sie sich eher durch Stürze und durch Belastungen, wenn man Sport treibt.

 

Dein Gewicht

Die Bewegung der Muskeln hilft dem Körper, die Fette und Zucker zu verdauen, die du isst. Wenn du viel Zeit im Sitzen verbringst, ist die Verdauung nicht sehr effizient, also werden überschüssige Kalorien leicht als Fett eingelagert. Du nimmst zu!

Selbst wenn du Sport treibst, aber viel Zeit im Sitzen verbringen, riskierst du immer noch gesundheitliche Probleme, wie z. B. das metabolische Syndrom (gestörter Kohlenhydratstoffwechsel). Die neuesten Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass man mindestens 60-75 Minuten pro Tag an Aktivitäten mittlerer Intensität benötigt, um gesundheitliche Folgen des Sitzen auszuschließen.

 

Deine Hüften und Rücken

Genau wie deine Beine und Gesäßmuskeln werden auch die Hüften und der Rücken bei längerem Sitzen nicht sehr gut unterstützt. Beim Sitzen verkürzen sich die Muskeln des Hüftbeugers, was zu Problemen mit den Hüftgelenken führen kann.

Langes Sitzen kann auch zu Rückenproblemen führen, insbesondere wenn man konsequent in schlechter Haltung sitzt oder keinen ergonomisch gestalteten Stuhl oder Arbeitsplatz verwendet. Eine schlechte Haltung kann auch zu einer schlechten Gesundheit der Wirbelsäule führen, wie z. B. eine Kompression in den Bandscheiben der Wirbelsäule, was zu einer vorzeitigen Degeneration führt, die sehr schmerzhaft sein kann.





Angst und Depressionen

Bisher hat die Forschung noch keinen konkreten Zusammenhang zwischen Sitzen und psychischer Gesundheit wissenschaftlich erwiesen, ebenso wenig wie die Zusammenhänge zwischen Sitzen und körperlicher Gesundheit. Jedoch liegt es auf der Hand, dass das Risiko von Angst und Depression bei Menschen, die mehr sitzen, höher ist.

Dies könnte daran liegen, dass Menschen, die viel Zeit im Sitzen verbringen, die positiven Auswirkungen von körperlicher Aktivität und Fitness fehlen.

 

Krebs

Neueste Studien deuten darauf hin, dass das Krebsrisiko wie Lungen-, Gebärmutter- und Darmkrebs erhöht wird, wenn man zuviel sitzt. Der Grund dafür ist noch nicht bekannt.

 

Herzerkrankungen

Langes Sitzen kann zu Herzerkrankungen führen. Eine Studie ergab, dass Männer, die mehr als 23 Stunden pro Woche (ca.3 Std. täglich) fernsehen, ein 64-prozentig höheres Risiko haben, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, als Männer, die nur 11 Stunden pro Woche fernsehen.

 

Diabetes

Studien haben gezeigt, dass bereits fünf Tage im Bett zu einer erhöhten Insulinresistenz im Körper führen können (dadurch steigt der Blutzucker). Die Forschung deutet darauf hin, dass Menschen, die mehr Zeit im Sitzen verbringen, ein um 112 Prozent höheres Risiko für Diabetes haben.

 

Krampfadern

Langes Sitzen kann zu Krampfadern oder Besenreisern (eine kleinere Version von Krampfadern) führen. Denn im Sitzen sammelt sich Blut in den Beinen.

Krampfadern sind normalerweise nicht gefährlich. In seltenen Fällen können sie zu Blutgerinnseln führen, die zu schweren Problemen führen können (Tiefe Venenthrombose)

 

Tiefe Venenthrombose

Zu langes Sitzen kann zu einer tiefen Venenthrombose (TVT) führen, z.B. bei einer langen Flug- oder Autofahrt. Eine tiefe Venenthrombose ist ein Blutgerinnsel, das sich in den Venen der Beine bildet.

Die TVT ist ein ernsthaftes Problem, denn wenn ein Teil eines Blutgerinnsels in der Beinvene abbricht und sich bewegt, kann er den Blutfluss zu anderen Körperteilen, einschließlich der Lunge, unterbrechen, was zu einer Lungenembolie führen kann. Dies ist ein medizinischer Notfall, der zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tod führen kann.

 

Steifer Nacken und Schultern

Wenn du lange Zeit über eine Computertastatur gekrümmt verbringst, kann dies zu Schmerzen und Steifheit im Nacken und den Schultern führen. Auch der falsch eingerichtete Arbeitsplatz mit einer nicht ergonomischen Maus führt bei vielen Menschen zu Nackenproblemen. Diese Maus* ist zum Beispiel ergonomisch und richtet sich nach der natürlichen Stellung der Hand.

 

Welt Millionen Todesfälle durch zu wenig Bewegung

Körperliche Inaktivität (wie sitzen) trägt jedes Jahr weltweit zu über drei Millionen vermeidbaren Todesfällen bei (das sind 6%  aller Todesfälle).

Es ist auch die Ursache von 21-25 % der Brust- und Darmkrebserkrankungen, 27 % der Diabetesfälle und rund 30 % der Herzerkrankungen.

 

Erschreckend: So wenig Bewegung haben Kinder

Eine Umfrage in Australien ergab, dass Kleinkinder und Vorschulkinder (im Alter von 2-4 Jahren) durchschnittlich sechs Stunden am Tag damit verbrachten, sich körperlich zu betätigen und sich täglich 1 1/2 Stunden mit Medien beschäftigten.

Diese Zahlen änderten sich dramatisch, als die Umfrage Kinder und Jugendliche (im Alter von 5-17 Jahren) betrachtete. Sie verbringen nur eineinhalb Stunden pro Tag mit körperlichen Aktivitäten und mehr als zwei Stunden pro Tag schauten sie auf den Bildschirm.

Die Zeit, die für körperliche Aktivität aufgewendet wurde, wurde mit zunehmendem Alter der jungen Menschen kleiner, während sich die Zeit der Bildschirm Aktivitäten erhöhte.

Knapp die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen (2-17 Jahre) hatten mindestens einen Bildschirmtyp (z.B. Fernseher, Computer oder Spielekonsole) in ihrem Schlafzimmer. Bei den Jugendlichen im Alter von 15-17 Jahren stieg diese Zahl auf drei Viertel.

Die 15- bis 17-Jährigen waren am wenigsten geneigt, jeden Tag 12.000 Schritte zu gehen, wobei nur 7 Prozent dieses Ziel erreichten. Jüngere Kinder im Alter von 5-11 Jahren waren viel eher bereit, tagsüber mehr zu laufen (rund 23 Prozent).




Wie kann man trotz der Medien oder einem Bürojob trotzdem fit und gesund bleiben?

Wenn du derzeit nicht ausreichend bewegst, ist es nie zu spät, damit anzufangen und endlich was für deine Fitness zu tun!

 

Baue mehr Aktivität in deinen Alltag ein! Das geht so:

– Lass das Auto stehen, laufe oder radel überallhin. Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsch angezogene Menschen.

– Bei längeren Fahrten kann man einen Teil des Weges zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen.

– Benutze die Treppe anstelle des Aufzugs oder der Rolltreppe oder gehe zumindest die Rolltreppe hinauf.

– Steige eine Haltestelle früher aus und gehe den Rest des Weges.

– Bereche, wie lange du einen Kilometer zu Fuß gehen musst – du wirst feststellen, dass du dein Ziel schneller zu Fuß erreichst, als wenn du auf öffentliche Verkehrsmittel wartest.

 

Aktiv bei der Arbeit sein

Du kannst dich bei der Arbeit mehr bewegen, als du denkst:

1. Nimm die Treppe statt des Aufzugs.
2. Gehe zu deinen Kollegen herüber, anstatt sie per E-Mail zu kontaktieren.
3. In der Mittagspause kannst du einen Spaziergang machen.
4. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch lässt arbeiten im Stehen zu.

 

In Innenräumen aktiv sein

Lasse dich von schlechtem Wetter nicht davon abhalten, aktiv zu sein! Du kannst Körpergewichtsübungen wie Kniebeugen, Sit-ups und Ausfallschritte durchführen.  Wer abends seine Lieblings Serie schauen möchte, kann dabei auch Sportübungen machen, anstatt auf der Couch zu gammeln.

Du könntest auch Indoor-Aktivitäten ausprobieren, wie z.B.:

– Tanzen
– Schwimmen in einem Hallenbad
– Yoga
– Pilates
– Kampfsport
– Klettern in der Halle

 

Fazit

Wie (fast) immer liegt die Gesundheit in jedermans eigener Hand! Trotz Bürojob muss man nicht den ganzen Tag sitzen, sondern kann durch kleine Veränderungen im Alltag viel mehr Bewegung im Leben haben. Doch das bedeutet auch, dass man meist seinen inneren Schweinehund überwinden muss.

Tipp von uns: Damit du Veränderungen in deinem Leben auch nachhaltig umsetzen kannst, solltest du dir nicht zu viele Ziele aufeinmal setzen. Besser ist es, sich jede Woche eine weiteres Ziel zu setzen und sich dann langsam zu steigern. Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier und braucht Zeit, sich an neue Dinge zu gewöhnen.